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Wann kam eigentlich der Stuhl? Im Laufe des 16. Jahrhunderts fing er an sich über Herrscherhäuser und Klöster im Bürgertum zu verbreiten. Während des 18. und 19. Jahrhunderts fand er dann Verbreitung in den weiteren Kreisen der Gesellschaft. Zunächst war er ein Symbol für Erhabenheit und für einen gewissen Machtstatus. Ganz logisch – sitzt man auf ihm ja etwas über den Dingen. Zudem hatte es den unbestreitbaren Vorteil, dass man nicht auf dem dreckigen, kalten Boden sitzen musste. Man war der Natur nicht so ausgeliefert. Und ist es nicht leichter vom Stuhl aufzustehen, als vom Boden wieder hochzukommen?

Heute besitzen vor allem exklusive Designobjekte in unserem Kulturkreis Kultstatus, durch dessen Besitz man sich noch heute große Anerkennung verschafft. Doch nicht in allen Gesellschaften hat sich der Stuhl durchgesetzt. In Japan etwa sitzt man aus Tradition am Boden, in anderen Teilen der Welt sind es sicher auch materielle Gründe, die für ein Leben nah am Erdboden eine Rolle spielen.

Bei uns ist der Stuhl aber da – leider immer und überall. „Das Sitzen ist das neue Rauchen“, habe ich neulich gehört. Dieser Vergleich stimmt meiner Meinung nicht ganz: Sitzen ist im Gegensatz zum Rauchen ja nicht per se schlecht. Nur wenn wir es zu viel tun, hat es negative Folgen. Und wir sitzen immer auf denselben Höhen. Stühle, die mir begegnen, habe alle eine einheitliche Größe.

Dazu kommt die Spezialisierung in den Berufen, die auch zu einer Spezialisierung in der Bewegung führt. Unser Körper ist nämlich nicht doof, wenn er nicht mehr funktioniert. Er ist genial! Indem er sich an das anpasst, was er ständig tut, indem er nicht mehr benötigte Strukturen zurückbildet, spart er Energie. Dann verkürzen sich etwa die Rückseiten der Oberschenkel und Beine, die Po-Muskulatur erschlafft. Hinzu kommt ein gekrümmter Rücken samt erschlaffter Rumpfmuskulatur. Meist gibt es in der Wirbelsäule irgendwo Stellen, die das kompensieren müssen, was mal mehr, mal weniger gut gelingt.

Dauerhaftes Sitzen gehört heute aber oft zum Berufsalltag dazu. Was Du tun kannst? Den Stuhl kaputt zu hauen ist nicht die Lösung. Das Zauberwort heißt Variation: einfach mal auf dem Boden sitzen, in der Hocke, auf unterschiedliche Sitzhöhen und zwischendurch stehen und gehen. Und statt viel Geld in einen teuren Bürostuhl zu stecken, lieber in Bewegungsstunden investieren.

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